Newsletterarchiv |
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Sie brüten bisweilen über beruflichen Texten? Müssen Konzepte schreiben, Außenstehenden komplizierte Sachverhalte erläutern oder vielleicht Pressemitteilungen und Briefe an potenzielle Sponsoren entwerfen? Der cleartext-Newsletter stellt Ihnen das Handwerkszeug des klaren Schreibens vor.
Konkret an Beispielen. Dazu Tipps zum Thema Texten für den Businessbereich.
Ein Mal im Monat. Kostenlos. Gruseltext des Monats "Durch eine engere Verzahnung der Stellentypbeschreibung mit den Personaldaten könnte eine
automatisationsgestützte Abfrage nach geeigneten Kandidaten bei offenen Stellen erreicht werden."
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Heute nimmt Sie der cleartext-Newsletter mit an die Supermarktkasse und in die heikle Welt der Sponsoring-Briefe. Sie erfahren, was wir beim Schreiben von Kindern lernen können und warum der Dativ dem Genitiv sein Tod ist. Gruseltext des Monats "Liebe Kunden, zur Erhöhung Ihrer Sicherheit erfolgt ab jetzt bei jeder EC-Zahlung eine PIN-Abfrage" las ich neulich im Supermarkt an der Kasse. Ein Satz aus der Schatztruhe des Bürokraten. Dort ruhen auch Kostbarkeiten wie "Die Umsetzung der Verordnung erfolgt durch die Kommunen".
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Heute geht der cleartext-Newsletter in die Luft. Anhand der Pressemitteilung für ein Drachenfestival sehen Sie, wie Sie als Veranstalter die Medien garantiert verärgern können. Sie erfahren auch, wie Sie dies vermeiden können. Und was man bei Pressemitteilungen von Anglern lernen kann. Gruseltext des Monats "Am 10. September wollen die Bezirksmarketing-Gesellschaft "Partner für Spandau" und der Gewerbeverband "GG-Havel" in Kladow auf ihrem "1. Kladower Drachenfest" einen neuen Weltrekord aufstellen und gleichzeitig 800 Drachen steigen lassen."
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Auch in heißen Sommern braucht die Welt gute Texte. Aber der
Blick in eine Journalistenbroschüre zeigt: Selbst Profis tun sich
bisweilen schwer. Unser Tipp des Monats: Machen Sie öfter mal
einen Punkt. Die Sommernachricht für Rechtschreibfreunde: Der
neue Duden ist da. Wir haben schon mal für Sie reingeblättert. Gruseltext des Monats "praxistest soll Nachwuchsjournalisten an der Schnittstelle zwischen Ausbildung
und Einstieg in das Berufsleben durch Praktika, Seminare und gemeinsame
Projektarbeit einen vertieften Einblick in die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
von Verbraucherorganisationen und die Arbeit von Printmedien, TV- und
Hörfunkredaktionen im Bereich Verbraucherservice und Verbraucherpolitik geben."
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Auch im Urlaub können klare Sätze nicht schaden. Mancher Reise- und Hotelprospekt kann davon leider nur träumen. Unser Tipp des Monats: Etwas weniger Schmalz macht Texte leichter verdaulich. Auch unsere Rubrik "Für Sie nachgelesen" macht für Sie Ferien - mit einem Buch der besonderen Art. Mit besten Grüßen aus Berlin, Hans Ruoff. Gruseltext des Monats "Unsere Gartenterrasse im Innenhof lädt bei schönem Wetter zum Verweilen ein. Hier können Sie, umsorgt von unserem freundlichen Servicepersonal, die ländliche Idylle genießen." Eine saubere Klischeesammlung. Der Garten zum Verweilen schön, die Umsorgerin freundlich, die Idylle ländlich. - Weg mit dem Plunder: "Bei gutem Wetter bedienen wir Sie auf unserer Gartenterrasse im Innenhof. Hier sind Sie der Natur ganz nah." - Wenn ich speziell Familien ansprechen will, füge ich hinzu: "Ihre Kinder können am Brunnen spielen oder sich mit unseren Katzen anfreunden, die hier gerne Mittagsschlaf halten." Klar und schnörkellos schreiben - so funktioniert es: Schauen Sie hin, ehe Sie schreiben. Gehen Sie in den Garten. Was sehen Sie?
Blühende Büsche, einen Brunnen, eine schwarze Katze auf dem Stuhl.
Schreiben Sie, was Sie sehen - das macht Ihren Text anschaulich und konkret.
Schreiben Sie, wie Sie erzählen würden - das macht Ihre Sätze klar und unverstellt.
Kein Mensch sagt: "Dieser Garten lädt zum Verweilen ein." Tipp des Monats Schlechte Prospekttexte enthalten meist auch zu viele Adjektive. Für Sie nachgelesen Vor dem klaren Schreiben stehen das Hinschauen und das Hin-Denken. Rainer Oefelein: Das Buch ist weder esoterisch noch christlich geprägt. Es berichtet von Land und Leuten,
bringt viel Hintergrund - und ist ein Wanderführer für diejenigen, die den Weg selbst
erkunden wollen. Oefelein präsentiert die 130 Kilometer-Strecke in sieben Tagesetappen.
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Guten Tag! Der Kunde ist König - vor allem heute, in Zeiten des
wirtschaftlichen Mit besten Grüßen aus Berlin, Hans Ruoff. Gruseltext des Monats "Unsere Firma ist ein sehr kundenorientiertes Unternehmen. ... Bei uns wird der kundenbedürfnisorientierte Service besonders intensiv gepflegt. ... Zur Verstärkung der Kundenausrichtung schufen wir eine eigene Abteilung. ..." Diese Homepage leidet an einer Überdosis Platitüden. Viel verbale Luft, aber wenig Substanz. Der Sprachdoktor empfiehlt eine Konkretkur: "Bei uns gibt es keine Produkte von der Stange. Wir bauen oder justieren jedes nach dem konkreten Bedarf unseres Kunden." - Oder, zum Thema Service: "Servicefragen beantwortet bei uns eine eigene Abteilung. Kein Callcenter in Irgendwo, sondern eine Fachabteilung hier im Haus. Bei Fragen erreicht jeder Kunde einen Experten, der seinen speziellen Fall kennt." Klar und ohne Floskeln schreiben - so funktioniert es: Meiden Sie Worthülsen. "Kundenorientiert" sein ist heute selbstverständlich. Vermeiden Sie auch Floskeln wie "maßgeschneiderte Lösung".
Schreiben Sie lieber, wie ihre Firma das konkret macht: "Im vergangenen Jahr
lieferten wir 200 Analysegeräte aus. Jedes mit einer
individuellen Software
für den betreffenden Einzelfall. Jedes zehnte Gerät war eine Sonderanfertigung.
Und in einem Fall entwickelten unsere Fachleute sogar ein völlig neues
Gerät." Tipp des Monats Achten Sie einmal darauf, was Sie bei fremden Texten nervt. Bei
welchen Formulierungen schalten Sie ab? Wann werfen Sie einen Brief weg?
Wann kommt Ihnen die Galle hoch? Das bedeutet im Umkehrschluss: Ihre eigenen Geschäftspartner
reagieren vielleicht genauso. Für Sie nachgelesen "Schildern Sie Inhalte, die den anderen interessieren und die er versteht. ... Drücken Sie sich einfach und verständlich aus" - das steht in einem Leitfaden zum Thema "Elevator Pitch": eine Kurzpräsentation, die ich während einer 30-Sekunden-Fahrt im Aufzug an den Mann oder an die Frau bringen kann.
Auf Seite 60 steht eine Gebrauchsanweisung zum Thema klare Sprache - vom kurzen Satz bis "Aktiv ist besser als Passiv". Ein Rezept gegen Floskeln gibt es auch: Nehmen Sie den Pinsel der Sprache und malen Sie ein Bild in den Kopf Ihres Gegenübers: mit Beispielen, Szenen und Vergleichen.
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Guten Tag! Heute nimmt Sie der cleartext-Newsletter mit zum Anfang aller Dinge. Wie beginne ich einen Artikel oder einen Bericht? Was schreibe ich auf die Startseite meines Internet-Auftritts? Unser Tipp des Monats: Machen Sie neugierig. Seien Sie konkret. Und: Vermeiden Sie Floskeln. Dazu auch unser Buchtipp. Mit besten Grüßen aus Berlin, Hans Ruoff. Gruseltext des Monats "Willkommen bei der Firma cleartext. Im Namen der Firma cleartext und aller Mitarbeiter möchten wir uns bei Ihnen für Ihr Interesse an unserem Unternehmen und unseren Produkten bedanken und Sie auf unserer Webseite herzlich willkommen heißen. Wir freuen uns, Ihnen nachstehend noch einige Informationen über unser Unternehmen näher bringen zu können." Ein Höflichkeitswettbewerb ließe sich mit dieser Startseite vielleicht gewinnen - aber würden Sie weiterblättern? Außer dem Firmennamen haben Sie nichts erfahren. - Wie wäre es also mit diesem Einstieg? Sie sind Expertin oder Experte auf Ihrem Gebiet, aber mit dem Schreiben tun Sie sich mitunter schwer? Sie wissen manchmal nicht, wie Sie komplizierte
Sachverhalte klar und verständlich ausdrücken können? cleartext ist eine Schreibwerkstatt für alle Berufe. Hier können Sie das Schreiben und Texten für Ihr Arbeitsfeld lernen. In kleinen Gruppen und durch praktische Übungen. - Interessiert? Dann schauen Sie doch mal rein! Attraktiv anfangen - so funktioniert es: Springen Sie mutig hinein in Ihr Thema. Mit einer Frage, einem Zitat, einer Szene, einem Neugierigmacher - oder mit einer Mini-Zusammenfassung dessen, was Sie an die Frau oder an den Mann bringen wollen. 50 Prozent aller Leser entscheiden nach dem ersten Satz, ob sie weiterlesen oder nicht. Für mich als Verfasser heißt das: Im schlimmsten Fall habe ich nach dem ersten Satz schon die Hälfte meiner Leser verloren. Machen Sie deshalb den Einstieg zur Werbeabteilung für Ihr Thema. Halten Sie Ausschau nach brauchbaren Zitaten und Bildern. Gute Fragen finden Sie, wenn Sie sich in den Leser oder die Leserin hineinversetzen: Was will sie wissen? Wo drückt ihn der Schuh? Was würde er für sich gerne verändern?
Tipp des Monats Werden Sie Detektiv. Wenn Sie Texte lesen, schauen Sie genau hin: Wie steigt die Verfasserin oder der Verfasser ein? Wie gefällt Ihnen dieser Einstieg? Wann fühlen Sie sich angesprochen und wann eher nicht? Wenn Ihr Interesse geweckt wurde und Sie weiterlesen, hat der Einstieg seine Aufgabe erfüllt. Schärfen Sie Ihren Blick für Einstiege. Auch in Zeitungen finden Sie die "Klassiker" Zitat, Frage und szenischer Einstieg. Sammeln Sie Beispiele, die Ihnen gefallen. Und: Sammeln Sie für Ihr Thema. Achten Sie auf Fragen, registrieren Sie Szenen, notieren Sie sich Zitate. Und dann: Wählen Sie aus.
Für Sie nachgelesen Diesem Detektiv macht keiner etwas vor. Er ist seit Jahrzehnten im Geschäft und kennt seine Pappenheimer. Ihm kommt so leicht keiner aus. Mehr als 100 Verdächtige hat er gefasst. In diesem Enthüllungsbuch stellt er sie vor.
Der Wissenschaftsjournalist und Autor Dieter E. Zimmer hat einen klaren Blick auf Floskeln - von "Ansprechpartner" über "Handlungsbedarf" bis "zielführend". Er deckt auf, was bei "Migrationshintergrund" mitschwingt, und er spießt Phrasen auf wie "Nehmen Sie doch mal Kurs auf Ihre Gesundheit".
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Guten Tag! Heute macht der cleartext-Newsletter einen Ausflug in die Werbung. Auch dort sollten die Sätze kurz sein, und die Bilder sollten stimmen. Unser Tipp des Monats: Schauen Sie genau hin. Sauberes Handwerk zahlt sich aus. Dazu auch unser Buchtipp. Mit besten Grüßen aus Berlin, Hans Ruoff. Gruseltext des Monats Noch nie war es leichter, in Urlaubsstimmung zu kommen: Dank unserer XYZ-Sondermodelle wird jede noch so kurze Fahrt zum entspannten Ferienerlebnis. Uff! Dem Modell Z fehlt eine Satzlängen-Regelanlage! Abgesehen davon: "Wir haben etwas gegen Nacht und Nebel. Unsere XYZ-Sondermodelle bringen Sie sicher durch die dunkle Zeit. Drei Helfer stehen für Sie bereit: Der X mit serienmäßigem Stabilisierungsprogramm ESP bewahrt Sie vor Rutschpartien. Der Y mit ParkPilot und Nebelscheinwerfern ist Ihr Freund bei Nacht und schlechter Sicht. Auch der Z ist ein guter Beschützer - dank Geschwindigkeitsregelanlage und Multifunktionsanzeige. Mit uns fahren Sie gut. Gerade auch im November." Unfallfrei texten - so funktioniert es: Konkret ist besser als abstrakt. Wortbilder und Vergleiche zaubern dem Leser Bilder in den Kopf. Vorausgesetzt, der Texter hat sich bei seiner Auswahl nicht vertan. Bei unserem Gruseltext des Monats hat er zwei Mal daneben gegriffen: Wer im November Urlaub macht, fliegt eher in den Süden, als dass sie oder er mit dem Auto unterwegs ist. Für die meisten AutofahrerInnen markiert der November den Beginn einer Jahreszeit voller Nässe, Dunkelheit und Nebel. Das Brandenburger Tor ist eine Sehenswürdigkeit, ein Auto der Dutzendklasse ist es nicht. Selbst ein top-restaurierter Oldtimer ist bestenfalls ein Blickfang. Zum Satzbau: Der Schlussatz ist zerrissen und dadurch schwer verständlich. Ein Einschub darf nicht länger sein als sechs Wörter oder zwölf Silben. Rücken Sie Zusatzinformationen deshalb ans Satzende - oder noch besser: Machen Sie zwei Sätze daraus. Also so: "Dem steht der Z natürlich in nichts nach - dank wertvoller Extras wie Geschwindigkeitsregelanlage und Multifunktionsanzeige."
Tipp des Monats Wenn Sie einen Text entworfen haben: Klopfen Sie Wortbilder und Vergleiche kritisch ab. Stimmen sie oder sind sie vielleicht schief? Passen sie zum Thema, zur Zielgruppe, zur Jahreszeit? Sind sie für den Leser auf Anhieb verständlich? Manchmal hat der Schreibende hier einen blinden Fleck. Dann hilft mitunter
der prüfende Blick des Testlesers. Je weniger dieser vom Thema versteht,
desto besser. Denn die meisten späteren Leser/innen sind ja ebenfalls Laien. Für Sie nachgelesen "Aufmerksamkeit um jeden Preis ist ein schlechtes Signal. Gute Werbung passt
zum Betrieb und ist Ausdruck einer gepflegten Handwerkskultur" - schnörkellos
und unaufgeregt präsentiert sich dieser Ratgeber für Kleinbetriebe.
Ein Buch nicht nur für Handwerker. Jenseits sechs- und siebenstelliger Etats
präsentiert es das kleine Einmaleins der Werbung. Vom Logo über die eigene
Homepage bis zur Öffentlichkeitsarbeit und dem Umgang mit den Medien.
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Guten Tag! Heute nimmt der cleartext-Newsletter Sie mit ins Konzert. Kein Publikum will überfüttert werden - auch nicht im Programmheft. Unser Tipp des Monats: Machen Sie die Luftprobe. Und unser Buchtipp zu Silvester bringt eine Bilanz der besonderen Art. Mit besten Grüßen aus Berlin, Hans Ruoff. Gruseltext des Monats "Kurt Weill gewann mit der ebenso spektakulären wie erfolgreichen Uraufführung seines Einakters Der Protagonist auf ein Libretto von Georg Kaiser am 27. März 1926 an der Staatsoper Dresden unter der musikalischen Leitung von Fritz Busch und der Regie von Josef Gielen den Ruf als der vielversprechendste Opernkomponist seiner Generation." Puh! Dieses Fortissimo schmerzt in den Ohren! Wer alle Töne in einen Satz packt, riskiert ein Klangdesaster. Gehen wir die Sache also lieber behutsam an und lassen die Instrumente einzeln zu Wort kommen: "Der Durchbruch gelang Kurt Weill 1926 - mit der spektakulären Uraufführung seines Einakters Der Protagonist an der Staatsoper Dresden. Geschrieben hatte er das Stück auf ein Libretto von Georg Kaiser. Die musikalische Leitung hatte Fritz Busch, Regie führte Josef Gielen. Nach diesem Erfolg galt Weill als der vielversprechenendste Opernkomponist seiner Generation." Publikum-freundlich texten - so funktioniert es: Mit 48 Wörtern ist der Ursprungssatz entschieden zu lang. Mehr als 15 bis 20 sollten es nicht sein, damit ein Satz auf Anhieb verständlich ist. Auch vier Namen in einem Satz sind mindestens zwei zu viel. Da es hier um Kurt Weill geht, muss sein Name in den ersten Satz. Die anderen folgen nach und nach. Das Zauberwort heißt: portionieren. Eine zentrale Aussage kommt in den ersten Satz. Dann folgen Details und Hintergründe. Am Ende steht das Fazit. Damit der Text insgesamt nicht länger wurde, habe ich ein Detail weggelassen: Das genaue Datum der Uraufführung. - Und: Haben Sie es vermisst? Zum Satzbau: Der Ursprungssatz fängt gut an. "Kurt Weill gewann" - Subjekt und Prädikat als zentrale Satzbausteine stehen ganz am Anfang. Nur: Was genau Weill gewann, erfahren wir erst drei Zeilen später. Dies überfordert das Kurzzeitgedächtnis. Es umfasst nur drei Sekunden und damit nicht mehr als sechs Wörter. Das heißt: Zwischen "Kurt Weill gewann" und "den Ruf" dürfen maximal sechs Wörter stehen. Im Ursprungssatz sind es aber 38 Wörter.
Tipp des Monats Wenn Sie einen Text entworfen haben: Sprechen Sie ihn vor sich hin oder lesen Sie ihn jemand anderem vor. Wenn Sie während eines Satzes Luft holen müssen, dann ist dieser Satz zu lang. Wenn Ihr Zuhörer ihn nicht auf Anhieb versteht, dann heißt das meist: Der Satz ist inhaltlich überfrachtet.
Für Sie nachgelesen Brauchen Sie noch eine Idee für ein Silvestermenü? Bandsalat mit sautierten Maulaffen, Broiler mit Sättigungsbeilage, hernach Brestlinge mit Muckefuck. - Sie halten das für Humbug und für Fisimatenten? Damit sind Sie nicht allein. Diese Wörter sind auf dem Weg in den Orkus. Unser Autor sagt ihnen Adieu:
"Wörter werden geboren. Sie welken, und sie sterben" heißt es im Vorwort. Fast 400 aussterbende Wörter erläutert Mrozek mit Wissen und Wortwitz. Neben dem uralten "anheischig machen" steht das schon jung verblichene "Tamagochi". Auch "Wählscheibe" und "Testbild" sind bedrohte Arten. Aus der versunkenen DDR stammt der politisch korrekte "Jahresendflügler" vulgo Engel, aus westdeutschen Wirtschaftswunderzeiten die "Vollbeschäftigung".
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