randlinie
randlinie cleartext Newsletter Angebotcleartext - Die Schreibwerkstatt randlinie
zwischenlinie

Der cleartext Newsletter

 

Newsletter Abo

cleartext informiert Sie ein Mal im Monat über das Handwerkszeug des klaren Schreibens. Dazu kommen Hintergrund-Informationen und Links zum Thema Texten für den Businessbereich. Der Newsletter ist gratis und mit keinen weiteren Verpflichtungen verbunden. Zur Bestellung (und zum Abbestellen) geben Sie bitte hier Ihre E-Mail Adresse an:

Anmelden Abmelden

Newsletterarchiv

Hier können Sie ältere Ausgaben des Newsletters einsehen.
Copyright aller Texte: cleartext, Hans Ruoff.

>> cleartext Newsletter · Dezember 2006

>> cleartext Newsletter · November 2006

>> cleartext Newsletter · Oktober 2006

>> cleartext Newsletter · September 2006

>> cleartext Newsletter · August 2006

>> cleartext Newsletter · Juli 2006

>> cleartext Newsletter · Juni 2006

>> cleartext Newsletter · Mai 2006

>> cleartext Newsletter · April 2006

 

>> cleartext Newsletter >> Jahr 2012

>> cleartext Newsletter >> Jahr 2011

>> cleartext Newsletter >> Jahr 2010

>> cleartext Newsletter >> Jahr 2009

>> cleartext Newsletter >> Jahr 2008

>> cleartext Newsletter >> Jahr 2007

>> cleartext Newsletter >> Jahr 2006

 

Guten Tag! [April 2006]

Sie brüten bisweilen über beruflichen Texten? Müssen Konzepte schreiben, Außenstehenden komplizierte Sachverhalte erläutern oder vielleicht Pressemitteilungen und Briefe an potenzielle Sponsoren entwerfen?

Der cleartext-Newsletter stellt Ihnen das Handwerkszeug des klaren Schreibens vor. Konkret an Beispielen. Dazu Tipps zum Thema Texten für den Businessbereich. Ein Mal im Monat. Kostenlos.
Mit besten Grüßen aus Berlin, Hans Ruoff

Gruseltext des Monats

"Durch eine engere Verzahnung der Stellentypbeschreibung mit den Personaldaten könnte eine automatisationsgestützte Abfrage nach geeigneten Kandidaten bei offenen Stellen erreicht werden."
Verstanden? Vermutlich eher nicht. Wie wäre es dann hiermit?

"Durch eine Verknüpfung unseres Anforderungsprofils für eine bestimmte Stelle mit den Personaldaten könnten wir praktisch auf Knopfdruck sehen, wer aus unserem Haus für eine offene Stelle geeignet ist."


Verständlich schreiben - so funktioniert es

Konkret ist besser als abstrakt

Also "auf Knopfdruck" an Stelle der "automatisationsgestützten Abfrage",  "Anforderungsprofil für eine
bestimmte Stelle" statt "Stellentypbeschreibung".

Aktiv ist klarer als Passiv

"wir könnten sehen" an Stelle des eher nebulösen "könnte erreicht werden".


Tipp des Monats

Warum fällt uns das Reden über ein komplexes Thema leichter als das Schreiben? Wir portionieren die Information und sprechen in kurzen Sätzen. Deshalb: Wenn Sie beim Texten nicht vorankommen, reden Sie über das Thema. Erzählen Sie jemand anderem davon, am besten einem Laien. Wenn der den Sachverhalt verstanden hat: Schreiben Sie ihn auf - genau so.


Für Sie nachgelesen

"Schreiben wie die Profis - Verständlich schreiben - Professionell schreiben" - das sind drei Kapitel aus dem Beck-Wirtschaftsberater Öffentlichkeitsarbeit. Ein handfestes Buch für die Praxis. Klar und gut verständlich.

"Jedes Kapitel beginnt mit einer kurzen Übersicht. Anschließend erklären wir die Hintergründe, zeigen, worauf man achten muss, wo Fallstricke liegen. Die Kapitel enden mit einem Praxisteil, in dem wir Checklisten und andere Hilfen zusammenfassen" - so beschreiben die Autoren ihr Konzept. Sie halten Wort.

Öffentlichkeitsarbeit                        
Ein Ratgeber für Klein- und Mittelunternehmen
von Siegfried Aberle und Andreas Baumert
Beck-Wirtschaftberater - dtv-Taschenbuch 50857
ISBN 3-423-50857-4 · Preis: 10.- Euro

Guten Tag! [Mai 2006]

Heute nimmt Sie der cleartext-Newsletter mit an die Supermarktkasse und in die heikle Welt der Sponsoring-Briefe. Sie erfahren, was wir beim Schreiben von Kindern lernen können und warum der Dativ dem Genitiv sein Tod ist.
Mit besten Grüßen aus Berlin, Hans Ruoff

Gruseltext des Monats

"Liebe Kunden, zur Erhöhung Ihrer Sicherheit erfolgt ab jetzt bei jeder EC-Zahlung eine PIN-Abfrage" las ich neulich im Supermarkt an der Kasse. Ein Satz aus der Schatztruhe des Bürokraten. Dort ruhen auch Kostbarkeiten wie "Die Umsetzung der Verordnung erfolgt durch die Kommunen".

Lieber Supermarkt, wie wäre es stattdessen hiermit?

"Liebe Kunden, Ihre Sicherheit ist uns wichtig. EC-Zahlungen deshalb jetzt nur noch mit PIN - damit kein Fremder heimlich Ihre Karte benutzt."


Verständlich schreiben - so funktioniert es

Weg mit gekünstelten Substantivierungen!

Machen Sie aus der geschraubten "Erhöhung" wieder ein Verb: Wir erhöhen Ihre Sicherheit. Wir verbessern sie. Ihre Sicherheit ist uns wichtig. Denn wer aus "Sicherheit erhöhen" eine "Erhöhung der Sicherheit" macht, kommt zwar gewichtig daher - aber er hat kein Verb mehr. Er greift dann zu einem künstlichen. So kommen Wörter ins Spiel wie "erfolgen" oder "durchführen".

Schreiben Sie, wie Sie reden!

"Die Umsetzung der Verordnung erfolgt durch die Kommunen" ist von der Konstruktion her ein Satz wie "Das Legen der Eier erfolgt durch die Hühner." Kein Mensch redet so. Sondern: Hühner legen Eier. Die Kommunen setzen die Verordnung um. Die Kommunen müssen die Verordnung umsetzen.

Hier können wir auch von Kindern lernen. Sie schreiben nicht abstrakt, sondern konkret: Dann hat der Bürgermeister gesagt, dass die Leute das tun müssen. Substantivierungen sind ihnen genauso fremd wie Schachtelsätze. Warum sich das eines Tages ändert, steht auf einem anderen Blatt.


Tipp des Monats

Bettelbriefe an potentielle Sponsoren sind ein hartes Brot. Wie bringe ich mein Anliegen elegant und unaufdringlich an den Mann oder die Frau?

"Sehr geehrte Frau M., wie ich mit Ihnen vor einiger Zeit im Telefonat besprochen habe, wenden wir - der Vorstand des Landesverbands XY - uns an Sie mit der Bitte um eine finanzielle Spende und/oder Sachspende. Im nächsten Jahr werden wir im Oktober, gemeinsam mit der Bundeskonferenz XY, eine wissenschaftliche Jahrestagung zum 100jährigen Jubiläum von XY in Deutschland ausrichten, zu der wir etwa 400 bis 450 Fachbesucher im Rathaus Berlin-Schöneberg erwarten. Die Tagung steht unter dem Motto "ZZ". Details entnehmen Sie bitte dem beiliegenden Exposé. Die Schirmherrschaft übernimmt der Jugendsenator im Land Berlin, Herr Böger. Bundespräsident Herr Köhler ist angefragt. ..."

Ich wage keine Wette, ob Frau M. überhaupt bis hierher durchgehalten hat. Fakt ist: Firmen werden mit Sponsor-Anfragen überschüttet. Hier hilft nur eines: schnell auf den Punkt kommen. Um was geht es? Und vor allem: Was hätte der Sponsor selbst von einem Engagement? - Also vielleicht so:

"Sehr geehrte Frau M., wir würden Ihr Haus gerne als Sponsor gewinnen für eine große gesellschaftspolitische Fachtagung. Wir sprachen darüber neulich am Telefon. Der Kongress findet im kommenden Jahr in Berlin statt - im legendären Schöneberger Rathaus mit dem Kennedy-Balkon. Schirmherr ist der Jugendsenator. Bundespräsident Köhler ist als Redner angefragt. ..."

Die Botschaft ist klar: prominenter Ort, möglicherweise der Bundespräsident. Medieninteresse. - Wenn Frau M. bis hierher gelesen hat, nenne ich das Thema. Es ist gesellschaftspolitisch "in" und bringt zusätzliche Publizität.


Für Sie nachgelesen

"Die deutsche Sprache kennt zwar nur vier Fälle, dafür aber über tausend Zweifelsfälle. Heißt es Pizzas oder Pizzen? Gewinkt oder gewunken? Hat der Genitiv noch eine Chance - trotz des Dativs und dem Dativ zum Trotz?"

Ein Wegweiser durch diesen "Irrgarten" will unser Buch sein. Ich finde: Das stimmt. Es ist keine langatmige Grammatik, sondern eine unterhaltsame Kolumnensammlung. In handlichen Häppchen erfahren Sie eine Menge über Sprache und Grammatik. Unter anderem: Dem Genitiv gehts nicht so gut.

Bastian Sick: Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod
Kiepenheuer & Witsch, KiWi-Taschenbuch 863
ISBN 3-462-03448-0 Preis: 8,90 Euro

Guten Tag! [Juni 2006]

Heute geht der cleartext-Newsletter in die Luft. Anhand der Pressemitteilung für ein Drachenfestival sehen Sie, wie Sie als Veranstalter die Medien garantiert verärgern können. Sie erfahren auch, wie Sie dies vermeiden können. Und was man bei Pressemitteilungen von Anglern lernen kann.
Mit besten Grüßen aus Berlin, Hans Ruoff

Gruseltext des Monats

"Am 10. September wollen die Bezirksmarketing-Gesellschaft "Partner für Spandau" und der Gewerbeverband "GG-Havel" in Kladow auf ihrem "1. Kladower Drachenfest" einen neuen Weltrekord aufstellen und gleichzeitig 800 Drachen steigen lassen."

Dieses Satzmonstrum steigt garantiert nicht. Werfen wir etwas Ballast ab!

"Spandauer Geschäftsleute rüsten sich für einen Weltrekordversuch: Am 10. September sollen gleichzeitig 800 Drachen in die Luft gehen. Als Siegprämie winkt für Spandau ein Eintrag ins Guinnessbuch der Rekorde."


Verständlich schreiben - so funktioniert es

Sätze nicht überfrachten

Der Originalsatz hat 35 Wörter. Er soll zehn Informationen transportieren. Das kann nicht gut gehen. Der Alternativtext enthält sechs Informationen - in insgesamt drei Sätzen. Also: Packen Sie nicht zu viel in Ihre Sätze. Machen Sie öfter mal einen Punkt. Im Profijournalismus gelten 15 bis 20 Wörter als Obergrenze für einen verständlichen Satz. Es dürfen auch weniger sein.

Details nach hinten

Die Bezirksmarketing-Gesellschaft "Partner für Spandau" und der Gewerbeverband "GG-Havel" haben im ersten Satz nichts zu suchen. Der Sammelbegriff "Spandauer Geschäftsleute" reicht völlig aus. Auch Name und Ort der Veranstaltung gehören hier noch nicht hin.

Weit nach vorn sollte stattdessen das Schlüsselwort "Guinnessbuch der Rekorde". Im Originaltext steht es erst im neunten Satz.


Tipp des Monats

Der Wurm muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler

Der Originaltext zitiert nach dem Einstiegssatz zunächst die Chefs von "Partner für Spandau" und "GG-Havel", später dann noch die Vorsitzende eines dritten Mitveranstalters. Den Betreffenden mag das schmeicheln, Journalisten schielen spätestens hier nach dem Papierkorb.

Pressemitteilungen sollen die Medien informieren, nicht primär das Ego des Herausgebers streicheln. Sie sollen knapp und klar Fakten transportieren, keine bemühte Eigen-PR. Gute Fakten sind die beste PR.

Die Pressemitteilung ist ein medialer Köder. Sie soll den Journalisten dazu bringen, die Geschichte zu verbreiten. Sie als Verfasser der Pressemitteilung sind der Angler. Der Journalist soll anbeißen. Wem muss der Wurm also schmecken - dem Fisch oder dem Angler? Eben.


Für Sie nachgelesen

"Verzichten Sie auf weitschweifige Ausführungen - vor allem auf Eigenlob und Vereinsprosa" schreib Norbert Franck in seinem "Handbuch Presse- und Öffentlichkeitsarbeit". Aus dem Inhalt: Knapp und klar: Die Pressemitteilung - Rede und Antwort: Die Pressekonferenz - Umgang mit Journalisten.

Norbert Franck: Handbuch Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Fischer Information und Wissen 15865
2. Auflage 2004 ISBN 3-596-16865-6 12,90 Euro

Guten Tag! [Juli 2006]

Auch in heißen Sommern braucht die Welt gute Texte. Aber der Blick in eine Journalistenbroschüre zeigt: Selbst Profis tun sich bisweilen schwer. Unser Tipp des Monats: Machen Sie öfter mal einen Punkt. Die Sommernachricht für Rechtschreibfreunde: Der neue Duden ist da. Wir haben schon mal für Sie reingeblättert.
Mit besten Grüßen aus Berlin, Hans Ruoff

Gruseltext des Monats

"praxistest soll Nachwuchsjournalisten an der Schnittstelle zwischen Ausbildung und Einstieg in das Berufsleben durch Praktika, Seminare und gemeinsame Projektarbeit einen vertieften Einblick in die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit von Verbraucherorganisationen und die Arbeit von Printmedien, TV- und Hörfunkredaktionen im Bereich Verbraucherservice und Verbraucherpolitik geben."

Uff! 43 Wörter bis zum Punkt. Und der eigentliche Satzkern ist weit auseinandergerissen. Aber auch dieses Satzmonstrum kriegen wir klein:


"praxistest soll Nachwuchsjournalisten einen intensiven Einblick geben in die Arbeitsbereiche Verbraucherservice und Verbraucherpolitik. Das Programm umfasst Praktika bei Verbraucherorganisationen und -zeitschriften sowie in Verbraucherredaktionen von Hörfunk und Fernsehen. Dazu kommen Seminare und eine gemeinsame Projektarbeit. Angesiedelt ist praxistest an der Schnittstelle zwischen Ausbildung und Berufseinstieg."


Verständlich schreiben - so funktioniert es

Vier kurze Sätze sind besser als ein langer

Aus dem Satzkern "praxistest soll Nachwuchsjournalisten einen vertieften Einblick geben" und dem Thema Verbraucherjournalismus bauen wir den ersten Satz.
Die anderen Infos bekommen jeweils einen   eigenen Satz: Praktika, weitere Lernbereiche, zeitliche Ansiedlung. Macht vier überschaubare Sätze mit 13, 15,
7 und 10 Wörtern. Insgesamt sind das 45 Wörter, nur 2 mehr als vorher.


Tipp des Monats

Niemand kann einen 43-Wörter-Bissen auf einen Satz schlucken. Deshalb:
Portionieren Sie die Informationen mundgerecht. Punkt. Geben Sie wichtigen Teilen einen eigenen Satz. Punkt. Das betont diese und hilft dem LeserIn. Punkt.
Zugleich werden die Sätze kürzer. Punkt. Im Nachrichtenjournalismus gelten 15 bis 20 Wörter als Obergrenze für einen verständlichen Satz. Punkt.


Für Sie nachgelesen

Nach jahrelangem Tauziehen ist die Rechtschreibreform abgeschlossen. Letzte Klarheit hat sie leider nicht gebracht. In vielen Fällen sind zwei Schreibweisen erlaubt. Der neue Duden hilft uns Verwirrten: Er markiert seine favorisierten Schreibweisen gelb: ein gut gemeinter Rat, ein schlecht sitzender Anzug. Aus Nougat wird Nugat, aber die Spagetti heißen wieder Spaghetti.    

Duden. Die deutsche  Rechtschreibung
24. Auflage 2006 ISBN 978-3-411-04014-8         20,00   Euro
(bei Rückgabe des alten Dudens im Laden:         4,00 Euro Rabatt)

Falls Ihnen die neue Rechtschreibung keine 20 Euro wert ist, ein Spartipp: Achten Sie auf immer die korrekte Verwendung von -ss und -ß, die anderen Regeln kennt sowieso fast niemand. Fehler fallen also im Alltag kaum auf.

Die ss/ß-Regeln sind: -ss immer nach kurzem Vokal (dass, Hass, Fass), -ß immer nach langem Vokal (Buße, Muße) oder nach Doppelvokal (beißen, reißen).  

Guten Tag! [August 2006]

Auch im Urlaub können klare Sätze nicht schaden. Mancher Reise- und Hotelprospekt kann davon leider nur träumen. Unser Tipp des Monats: Etwas weniger Schmalz macht Texte leichter verdaulich. Auch unsere Rubrik "Für Sie nachgelesen" macht für Sie Ferien - mit einem Buch der besonderen Art.

Mit besten Grüßen aus Berlin, Hans Ruoff.


Gruseltext des Monats

"Unsere Gartenterrasse im Innenhof lädt bei schönem Wetter zum Verweilen ein. Hier können Sie, umsorgt von unserem freundlichen Servicepersonal, die ländliche Idylle genießen."

Eine saubere Klischeesammlung. Der Garten zum Verweilen schön, die Umsorgerin freundlich, die Idylle ländlich. - Weg mit dem Plunder:

"Bei gutem Wetter bedienen wir Sie auf unserer Gartenterrasse im Innenhof. Hier sind Sie der Natur ganz nah." - Wenn ich speziell Familien ansprechen will, füge ich hinzu: "Ihre Kinder können am Brunnen spielen oder sich mit unseren Katzen anfreunden, die hier gerne Mittagsschlaf halten."

Klar und schnörkellos schreiben - so funktioniert es:

Schauen Sie hin, ehe Sie schreiben. Gehen Sie in den Garten. Was sehen Sie? Blühende Büsche, einen Brunnen, eine schwarze Katze auf dem Stuhl. Schreiben Sie, was Sie sehen - das macht Ihren Text anschaulich und konkret. Schreiben Sie, wie Sie erzählen würden - das macht Ihre Sätze klar und unverstellt. Kein Mensch sagt: "Dieser Garten lädt zum Verweilen ein."


Tipp des Monats

Schlechte Prospekttexte enthalten meist auch zu viele Adjektive.
"Zahlreiche Flüsse, idyllische Kanäle und kristallklare Seen bilden ein einmaliges und beeindruckendes Labyrinth geheimnisvoll verschlungener Wasserwege" - Durch den verbale Overkill wirkt der Text überladen und eher unglaubwürdig. Deshalb: Seien Sie sparsam mit Adjektiven. Seien Sie besonders sparsam mit Wunder-Adjektiven wie idyllisch, kristallklar und geheimnisvoll. Der Grat zum Klischee ist schmal. Arbeiten Sie stattdessen mit Verben - siehe oben: Der Alternativtext zur Gartenterrasse kommt mit nur einem Adjektiv aus.


Für Sie nachgelesen

Vor dem klaren Schreiben stehen das Hinschauen und das Hin-Denken.
Das braucht Zeit - und Ruhe. Manchmal hilft es, einen Schritt herauszutreten aus Tempo und Reizüberflutung. Ein Architekturprofessor hat das getan - und einen vergessenen mittelalterlichen Pilgerpfad neu erkundet: von Berlin nach Bad Wilsnack, einst fast so bedeutend wie der Jakobsweg nach Santiago de Compostela.
Und warum? "Die Gründe könnten unterwegs liegen: die Kraft der Stille im Kommunikationszeitalter, die Entdeckung der Langsamkeit ..."

Rainer Oefelein:
Auf den Spuren des mittelalterlichen Pilgerwegs Berlin-Bad Wilsnack
OutdoorHandbuch 189, Conrad Stein Verlag, 1. Auflage 2006
ISBN 3-86686-189-3 9,90 Euro

Das Buch ist weder esoterisch noch christlich geprägt. Es berichtet von Land und Leuten, bringt viel Hintergrund - und ist ein Wanderführer für diejenigen, die den Weg selbst erkunden wollen. Oefelein präsentiert die 130 Kilometer-Strecke in sieben Tagesetappen.
In sechs schafft man es auch. Eine endet am Gasthaus mit der schwarzen Katze. Internet: www.wunderblutkirche.de


 

Guten Tag! [September 2006]

Guten Tag!

Der Kunde ist König - vor allem heute, in Zeiten des wirtschaftlichen
Hauens und Stechens. Jeder will deshalb kundenfreundlich daherkommen.
Doch wer sich in Floskeln flüchtet, erreicht das Gegenteil. Unser Tipp des Monats: Rüsten Sie ab! Das gilt auch bei Kurzpräsentationen. Dazu unser Buchtipp.

Mit besten Grüßen aus Berlin, Hans Ruoff.


Gruseltext des Monats

"Unsere Firma ist ein sehr kundenorientiertes Unternehmen. ... Bei uns wird der kundenbedürfnisorientierte Service besonders intensiv gepflegt.  ... Zur Verstärkung der Kundenausrichtung schufen wir eine eigene Abteilung. ..."

Diese Homepage leidet an einer Überdosis Platitüden. Viel verbale Luft, aber wenig Substanz. Der Sprachdoktor empfiehlt eine Konkretkur:

"Bei uns gibt es keine Produkte von der Stange. Wir bauen oder justieren jedes nach dem konkreten Bedarf unseres Kunden." - Oder, zum Thema Service: "Servicefragen beantwortet bei uns eine eigene Abteilung. Kein Callcenter in Irgendwo, sondern eine Fachabteilung hier im Haus. Bei Fragen erreicht jeder Kunde einen Experten, der seinen speziellen Fall kennt."

Klar und ohne Floskeln schreiben - so funktioniert es:

Meiden Sie Worthülsen. "Kundenorientiert" sein ist heute selbstverständlich.
Deshalb ist das Wort zur Floskel verkommen. Schreiben Sie, was genau Sie für Ihren Kunden tun. Machen Sie es konkret. Nennen Sie Beispiele.

Vermeiden Sie auch Floskeln wie "maßgeschneiderte Lösung". Schreiben Sie lieber, wie ihre Firma das konkret macht: "Im vergangenen Jahr lieferten wir 200 Analysegeräte aus. Jedes mit einer individuellen Software für den betreffenden Einzelfall. Jedes zehnte Gerät war eine Sonderanfertigung. Und in einem Fall entwickelten unsere Fachleute sogar ein völlig neues Gerät."


Tipp des Monats

Achten Sie einmal darauf, was Sie bei fremden Texten nervt. Bei welchen Formulierungen schalten Sie ab? Wann werfen Sie einen Brief weg? Wann kommt Ihnen die Galle hoch?
Vielleicht stellen Sie fest: Bei Platitüden schalte ich ab. Bei Unterwürfigkeit verliert ein Angebot an Wert. Zu viel Herzlichkeit macht mich misstrauisch. Und bei dem Wort "Callcenter" sehe ich rot.

Das bedeutet im Umkehrschluss: Ihre eigenen Geschäftspartner reagieren vielleicht genauso.
Durchforsten Sie also Ihre Texte. Es könnte sich lohnen.


Für Sie nachgelesen

"Schildern Sie Inhalte, die den anderen interessieren und die er versteht. ... Drücken Sie sich einfach und verständlich aus" - das steht in einem Leitfaden zum Thema "Elevator Pitch": eine Kurzpräsentation, die ich während einer 30-Sekunden-Fahrt im Aufzug an den Mann oder an die Frau bringen kann.

Rainer Joachim Skambraks:     
30 Minuten für den überzeugenden Elevator Pitch

30-Minuten-Reihe    Gabal-Verlag Offenbach, 2004
 ISBN 3-89749-499-3    79 Seiten    6,50 Euro

Auf Seite 60 steht eine Gebrauchsanweisung zum Thema klare Sprache - vom kurzen Satz bis "Aktiv ist besser als Passiv". Ein Rezept gegen Floskeln gibt es auch: Nehmen Sie den Pinsel der Sprache und malen Sie ein Bild in den Kopf Ihres Gegenübers: mit Beispielen, Szenen und Vergleichen. 

 

Guten Tag! [Oktober 2006]

Guten Tag!

Heute nimmt Sie der cleartext-Newsletter mit zum Anfang aller Dinge. Wie beginne ich einen Artikel oder einen Bericht? Was schreibe ich auf die Startseite meines Internet-Auftritts? Unser Tipp des Monats: Machen Sie neugierig. Seien Sie konkret. Und: Vermeiden Sie Floskeln. Dazu auch unser Buchtipp.

Mit besten Grüßen aus Berlin, Hans Ruoff.


Gruseltext des Monats

"Willkommen bei der Firma cleartext. Im Namen der Firma cleartext und aller Mitarbeiter möchten wir uns bei Ihnen für Ihr Interesse an unserem Unternehmen und unseren Produkten bedanken und Sie auf unserer Webseite herzlich willkommen heißen. Wir freuen uns, Ihnen nachstehend noch einige Informationen über unser Unternehmen näher bringen zu können."

Ein Höflichkeitswettbewerb ließe sich mit dieser Startseite vielleicht gewinnen - aber würden Sie weiterblättern? Außer dem Firmennamen haben Sie nichts erfahren. - Wie wäre es also mit diesem Einstieg?

Sie sind Expertin oder Experte auf Ihrem Gebiet, aber mit dem Schreiben tun Sie sich mitunter schwer? Sie wissen manchmal nicht, wie Sie komplizierte Sachverhalte klar und verständlich ausdrücken können?
Damit sind Sie nicht allein. Aber das muss nicht so bleiben.

cleartext ist eine Schreibwerkstatt für alle Berufe. Hier können Sie das Schreiben und Texten für Ihr Arbeitsfeld lernen. In kleinen Gruppen und durch praktische Übungen. - Interessiert? Dann schauen Sie doch mal rein!

Attraktiv anfangen - so funktioniert es:

Springen Sie mutig hinein in Ihr Thema. Mit einer Frage, einem Zitat, einer Szene, einem Neugierigmacher - oder mit einer Mini-Zusammenfassung dessen, was Sie an die Frau oder an den Mann bringen wollen.

50 Prozent aller Leser entscheiden nach dem ersten Satz, ob sie weiterlesen oder nicht. Für mich als Verfasser heißt das: Im schlimmsten Fall habe ich nach dem ersten Satz schon die Hälfte meiner Leser verloren.

Machen Sie deshalb den Einstieg zur Werbeabteilung für Ihr Thema. Halten Sie Ausschau nach brauchbaren Zitaten und Bildern. Gute Fragen finden Sie, wenn Sie sich in den Leser oder die Leserin hineinversetzen: Was will sie wissen? Wo drückt ihn der Schuh? Was würde er für sich gerne verändern?



Tipp des Monats

Werden Sie Detektiv. Wenn Sie Texte lesen, schauen Sie genau hin: Wie steigt die Verfasserin oder der Verfasser ein? Wie gefällt Ihnen dieser Einstieg? Wann fühlen Sie sich angesprochen und wann eher nicht? Wenn Ihr Interesse geweckt wurde und Sie weiterlesen, hat der Einstieg seine Aufgabe erfüllt.

Schärfen Sie Ihren Blick für Einstiege. Auch in Zeitungen finden Sie die "Klassiker" Zitat, Frage und szenischer Einstieg. Sammeln Sie Beispiele, die Ihnen gefallen. Und: Sammeln Sie für Ihr Thema. Achten Sie auf Fragen, registrieren Sie Szenen, notieren Sie sich Zitate. Und dann: Wählen Sie aus.



Für Sie nachgelesen

Diesem Detektiv macht keiner etwas vor. Er ist seit Jahrzehnten im Geschäft und kennt seine Pappenheimer. Ihm kommt so leicht keiner aus. Mehr als 100 Verdächtige hat er gefasst. In diesem Enthüllungsbuch stellt er sie vor.

Dieter E. Zimmer:
Die Wortlupe

Beobachtungen am Deutsch der Gegenwart
Hoffmann und Campe 2006 ISBN 3-455-09531-3 14,95 Euro

Der Wissenschaftsjournalist und Autor Dieter E. Zimmer hat einen klaren Blick auf Floskeln - von "Ansprechpartner" über "Handlungsbedarf" bis "zielführend". Er deckt auf, was bei "Migrationshintergrund" mitschwingt, und er spießt Phrasen auf wie "Nehmen Sie doch mal Kurs auf Ihre Gesundheit".
Zimmer tut dies treffsicher, humorvoll - und vor allem: ohne Schulmeisterei.

 

Guten Tag! [November 2006]

Guten Tag!

Heute macht der cleartext-Newsletter einen Ausflug in die Werbung. Auch dort sollten die Sätze kurz sein, und die Bilder sollten stimmen. Unser Tipp des Monats: Schauen Sie genau hin. Sauberes Handwerk zahlt sich aus. Dazu auch unser Buchtipp.

Mit besten Grüßen aus Berlin, Hans Ruoff.


Gruseltext des Monats

Noch nie war es leichter, in Urlaubsstimmung zu kommen: Dank unserer XYZ-Sondermodelle wird jede noch so kurze Fahrt zum entspannten Ferienerlebnis.
Drei Sehenswürdigkeiten stehen Ihnen zur Auswahl: der X mit serienmäßigem Stabilisierungsprogramm ESP und der Y mit vielen Extras wie dem ParkPiloten und Nebelscheinwerfern. Dem steht der Z - dank wertvoller Extras wie Geschwindigkeitsregelanlage und Multifunktionsanzeige - natürlich in nichts nach.

Uff! Dem Modell Z fehlt eine Satzlängen-Regelanlage! Abgesehen davon:
Wie viele Leute machen im Wonnemonat November Autourlaub? Und: Seit wann sind Autos der Schwarzbrotklasse eine Sehenswürdigkeit? - Also: Werfen wir einen Blick in den Kalender und gehen wir etwas vom Gas:

"Wir haben etwas gegen Nacht und Nebel. Unsere XYZ-Sondermodelle bringen Sie sicher durch die dunkle Zeit. Drei Helfer stehen für Sie bereit: Der X mit serienmäßigem Stabilisierungsprogramm ESP bewahrt Sie vor Rutschpartien. Der Y mit ParkPilot und Nebelscheinwerfern ist Ihr Freund bei Nacht und schlechter Sicht. Auch der Z ist ein guter Beschützer - dank Geschwindigkeitsregelanlage und Multifunktionsanzeige. Mit uns fahren Sie gut. Gerade auch im November."

Unfallfrei texten - so funktioniert es:

Konkret ist besser als abstrakt. Wortbilder und Vergleiche zaubern dem Leser Bilder in den Kopf. Vorausgesetzt, der Texter hat sich bei seiner Auswahl nicht vertan. Bei unserem Gruseltext des Monats hat er zwei Mal daneben gegriffen:

Wer im November Urlaub macht, fliegt eher in den Süden, als dass sie oder er mit dem Auto unterwegs ist. Für die meisten AutofahrerInnen markiert der November den Beginn einer Jahreszeit voller Nässe, Dunkelheit und Nebel.

Das Brandenburger Tor ist eine Sehenswürdigkeit, ein Auto der Dutzendklasse ist es nicht. Selbst ein top-restaurierter Oldtimer ist bestenfalls ein Blickfang.

Zum Satzbau: Der Schlussatz ist zerrissen und dadurch schwer verständlich. Ein Einschub darf nicht länger sein als sechs Wörter oder zwölf Silben. Rücken Sie Zusatzinformationen deshalb ans Satzende - oder noch besser: Machen Sie zwei Sätze daraus. Also so: "Dem steht der Z natürlich in nichts nach - dank wertvoller Extras wie Geschwindigkeitsregelanlage und Multifunktionsanzeige."



Tipp des Monats

Wenn Sie einen Text entworfen haben: Klopfen Sie Wortbilder und Vergleiche kritisch ab. Stimmen sie oder sind sie vielleicht schief? Passen sie zum Thema, zur Zielgruppe, zur Jahreszeit? Sind sie für den Leser auf Anhieb verständlich?

Manchmal hat der Schreibende hier einen blinden Fleck. Dann hilft mitunter der prüfende Blick des Testlesers. Je weniger dieser vom Thema versteht, desto besser. Denn die meisten späteren Leser/innen sind ja ebenfalls Laien.


Für Sie nachgelesen

"Aufmerksamkeit um jeden Preis ist ein schlechtes Signal. Gute Werbung passt zum Betrieb und ist Ausdruck einer gepflegten Handwerkskultur" - schnörkellos und unaufgeregt präsentiert sich dieser Ratgeber für Kleinbetriebe.

O. Geheeb, L. Gröschel u.a.
Einfach GUT werben

So machen Handwerker auf sich aufmerksam
Bildung und Wissen Verlag, Nürnberg 2005
ISBN 3-8214-7646-X 19,80 Euro

Ein Buch nicht nur für Handwerker. Jenseits sechs- und siebenstelliger Etats präsentiert es das kleine Einmaleins der Werbung. Vom Logo über die eigene Homepage bis zur Öffentlichkeitsarbeit und dem Umgang mit den Medien.

 

Guten Tag! [Dezember 2006]

Guten Tag!

Heute nimmt der cleartext-Newsletter Sie mit ins Konzert. Kein Publikum will überfüttert werden - auch nicht im Programmheft. Unser Tipp des Monats: Machen Sie die Luftprobe. Und unser Buchtipp zu Silvester bringt eine Bilanz der besonderen Art.

Mit besten Grüßen aus Berlin, Hans Ruoff.


Gruseltext des Monats

"Kurt Weill gewann mit der ebenso spektakulären wie erfolgreichen Uraufführung seines Einakters Der Protagonist auf ein Libretto von Georg Kaiser am 27. März 1926 an der Staatsoper Dresden unter der musikalischen Leitung von Fritz Busch und der Regie von Josef Gielen den Ruf als der vielversprechendste Opernkomponist seiner Generation."

Puh! Dieses Fortissimo schmerzt in den Ohren! Wer alle Töne in einen Satz packt, riskiert ein Klangdesaster. Gehen wir die Sache also lieber behutsam an und lassen die Instrumente einzeln zu Wort kommen:

"Der Durchbruch gelang Kurt Weill 1926 - mit der spektakulären Uraufführung seines Einakters Der Protagonist an der Staatsoper Dresden. Geschrieben hatte er das Stück auf ein Libretto von Georg Kaiser. Die musikalische Leitung hatte Fritz Busch, Regie führte Josef Gielen. Nach diesem Erfolg galt Weill als der vielversprechenendste Opernkomponist seiner Generation."

Publikum-freundlich texten - so funktioniert es:

Mit 48 Wörtern ist der Ursprungssatz entschieden zu lang. Mehr als 15 bis 20 sollten es nicht sein, damit ein Satz auf Anhieb verständlich ist. Auch vier Namen in einem Satz sind mindestens zwei zu viel. Da es hier um Kurt Weill geht, muss sein Name in den ersten Satz. Die anderen folgen nach und nach.

Das Zauberwort heißt: portionieren. Eine zentrale Aussage kommt in den ersten Satz. Dann folgen Details und Hintergründe. Am Ende steht das Fazit. Damit der Text insgesamt nicht länger wurde, habe ich ein Detail weggelassen: Das genaue Datum der Uraufführung. - Und: Haben Sie es vermisst?

Zum Satzbau: Der Ursprungssatz fängt gut an. "Kurt Weill gewann" - Subjekt und Prädikat als zentrale Satzbausteine stehen ganz am Anfang. Nur: Was genau Weill gewann, erfahren wir erst drei Zeilen später. Dies überfordert das Kurzzeitgedächtnis. Es umfasst nur drei Sekunden und damit nicht mehr als sechs Wörter. Das heißt: Zwischen "Kurt Weill gewann" und "den Ruf" dürfen maximal sechs Wörter stehen. Im Ursprungssatz sind es aber 38 Wörter.



Tipp des Monats

Wenn Sie einen Text entworfen haben: Sprechen Sie ihn vor sich hin oder lesen Sie ihn jemand anderem vor. Wenn Sie während eines Satzes Luft holen müssen, dann ist dieser Satz zu lang. Wenn Ihr Zuhörer ihn nicht auf Anhieb versteht, dann heißt das meist: Der Satz ist inhaltlich überfrachtet.



Für Sie nachgelesen

Brauchen Sie noch eine Idee für ein Silvestermenü? Bandsalat mit sautierten Maulaffen, Broiler mit Sättigungsbeilage, hernach Brestlinge mit Muckefuck. - Sie halten das für Humbug und für Fisimatenten? Damit sind Sie nicht allein. Diese Wörter sind auf dem Weg in den Orkus. Unser Autor sagt ihnen Adieu:

Bodo Mrozek
Lexikon der bedrohten Wörter

rororo Taschenbuch 62077
Rowohlt Verlag 2005 8,90 Euro

"Wörter werden geboren. Sie welken, und sie sterben" heißt es im Vorwort. Fast 400 aussterbende Wörter erläutert Mrozek mit Wissen und Wortwitz. Neben dem uralten "anheischig machen" steht das schon jung verblichene "Tamagochi". Auch "Wählscheibe" und "Testbild" sind bedrohte Arten. Aus der versunkenen DDR stammt der politisch korrekte "Jahresendflügler" vulgo Engel, aus westdeutschen Wirtschaftswunderzeiten die "Vollbeschäftigung".

Mrozek: "Das Sterben von Wörtern ist ein trauriger Prozess. Tröstlich aber ist, dass man sie von den Toten wieder zum Leben erwecken kann - indem man sie einfach benutzt." - Ein hehrer Satz, trotz gewisser Imponderabilien.


 

zwischenlinie
cleartext - Start cleartext - Angebot cleartext - Ihr Experte cleartext - Drei Gebote cleartext - Testen Sie sich cleartext - Gruselkabinett cleartext - Termine cleartext - Kontakt
randlinie
Links | Newsletter | Impressum | Stand: 26. Januar 2012